Eine Frage, die mich immer wieder bei der Arbeit mit festgefahrenen Gruppen in Organisationen beschäftigt, ist: Wie viel Raum lasse ich dem Problem und wie viel der Lösung? Besonders deutlich wird mir das Spannungsfeld, wenn ich explizit mit psychodramatischen Arrangements arbeite. Das gleiche Phänomen beginnt mir aber auch insgesamt in der Arbeit als Berater und Begleiter.

Zum Beispiel habe ich einer gemischten Gruppe aus zwei Unternehmensbereichen ihre Schnittstellenprobleme auf die (soziodramatische) Bühne bringen lassen. Schnell waren die Gefühle, die in der Realität auftauchen, auch im Raum: Hilflosigkeit, Frustration, Aggression (in Form von Sarkasmus). Anschließend haben wir das System erweitert (Wer spielt noch eine Rolle?), die Perspektive des Publikums als Spiegel genutzt und besonders verhärtete Konstellationen im Rollentausch exploriert.

Der Schritt in den Lösungsmodus zu gehen (Wie könnte es denn funktionieren?), fällt Gruppen dann häufig schwer. Allzu oft schleicht sich, beim Versuch die Lösung zu spielen, dann doch die Problemdynamik des Alltags wieder ein… Mittlerweile habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, die Exploration des Problemsystem möglichst kurz zu halten, um dann mehr Zeit für die unbegrenzten Experimentiermöglichkeiten des Als-Ob mit der Gruppe zu nutzen. Der Grund für diese Entwicklung: Ich erlebe häufig, dass Gruppen schon sehr viel Zeit mit Analysen verbracht haben – mit Ausprobieren von Neuem dagegen wenig.